Historie

Es war sicher nicht das was man heute die „gute alte Zeit“ nennt, als der Friedinger Trachtenverein gegründet wurde. Der erste Weltkrieg war noch nicht lange beendet, die politische Lage war sehr verworren, die Wirtschaft in der Krise. Kurzum es waren keine guten Zeiten. Doch es war schon immer so, dass bei schlechten Zeiten die Menschen besser zusammenhalten.

Gruendungsmitglieder
Gründungsmitglieder: Glas Hans,
Böck Lorenz, Schaumberger Georg

Bei einem Hoargarten beim Ellwanger (Linner), beschloss man einen Trachtenverein zu gründen, um das bayerische Brauchtum und die Tracht zu erhalten und die Geselligkeit zu pflegen.

Gründungsdatum war der 1. November 1921 und man nannte sich damals „D lustigen Eichentaler“. Erster Vorstand wurde Hummel Josef. Die Gründungsmitglieder waren 18 Buam und die Deandl kamen erst im Laufe des folgenden Jahres zu diesem reinen Männerverein.

Gründungsmitglieder waren:

  • Hummel Josef – 1. Vorstand
  • Ludwig Josef – 2. Vorstand
  • Gschendtner Heinrich – 1. Vorplattler
  • Rauscher Simon – 2. Vorplattler
  • Schaumberger Georg -Kassier
  • Hölzl Josef – Schriftführer
  • Glas Leonhard – Vereinsdiener

Böck Lorenz, Glas Josef, Nagl Thomas, Steer Johann, Gasser Albert, Hierholzer Matthias, Painhofer Georg, Zandt Friedrich, Gehrig Josef, Linner Martin, Sepperl Max.

Da es bei uns keine eigene komplette Tracht gab, entschloss man sich, wie viele andere Trachtenvereine in der Gegend auch die Gebirgstracht als Vereinstracht zu übernehmen und sich Gebirgstrachtenerhaltungsverein zu nennen. Vereinslokal war das Gasthaus »Oberer Wirt«, von Josef Hölzl, in dem jeden Samstag ab 20.00 Uhr ein Vereinsabend stattfand.

Vereinsplattler war der »Bayrischzeller« und Vereinsspruch »Lusti samma«. Eine Strafe wurde auch gleich eingeführt: Wer beim Betreten des Vereinslokals den Vereinsspruch nicht sagte, musste 1 Mark Strafe zahlen. Jeden Monat wurde eine Monatsversammlung abgehalten. Schon in den folgenden Jahren beteiligten sich die „lustigen Eichentaler“ bei mehreren Trachtenfesten von befreundeten Gauvereinen. Unser Gau hieß damals noch Gauverband 2 Murnau. Der Name Huosigau kam erst später.

Im Jahr 1922 wurde eine Vereinsfahne angeschafft, die ausschließlich durch freiwillige Spenden finanziert wurde. Statt Geld sammelte man Getreide, um die Geldentwertung zu umgehen. Am 23. Mai 1923 fand Fahnenweihe statt. Unser Patenverein waren die »Würmseer« aus Pöcking.

Vereinsfoto1923
Vereinsfoto 1923

Das Jahr 1923 brachte auch den Höhepunkt in der Geldinflation. Der Anfangs festgesetzte Monatsbeitrag von 15,- Mark musste Monat für Monat angepasst werden und erreichte im August schon die Millionenhöhe.

Beitrag
Monatsbeiträge

Am 1. August 1923 beteiligte sich der Friedinger Trachtenverein bei der Standartenweihe der »Ammertaler« Dießen als Patenverein. Eine, aus heutiger Sicht, heitere, für damals aber sehr ernste Episode: Man fuhr von Herrsching mit dem Dampfer nach Dießen. Wer sich jedoch in der Früh nicht gleich eine Rückfahrkarte kaufte, konnte die Rückfahrt am Nachmittag wegen der rasanten Geldentwertung schon nicht mehr bezahlen und musste die Heimreise per pedes antreten. Deshalb wurde auch in der Monatsversammlung am 04.09.1923 einstimmig beschlossen, den Monatsbeitrag bis zu einer Besserung der Geldentwertung ganz wegzulassen und etwaige notwendige Zahlungen durch direkte sofortige Sammlung bei den Mitgliedern zu begleichen.

Im Herbst 1923 entschloss man sich, möglichst schon an Weihnachten ein Theater aufzuführen. Zu diesem Zweck wurde auch gleich eine Bühne gekauft sowie ein Requisitenmeister und ein Souffleur gewählt. Auf dieser Bühne kam es jedoch, wegen Unstimmigkeiten mit dem Vereinswirt, zu keiner Aufführung. Kurze Zeit später wechselte man das Vereinslokal und ging zum »Unteren Wirt«, Besitzer war Herr Hans Ludwig. Zusammen mit dem Wirt baute der Verein, im April 1924, an die bestehende Gastwirtschaft einen Saal mit Bühne.

Durch das rege und intakte Vereinsleben in den folgenden Jahren und der gute Beteiligung bei vielen Gau- und Vereinsfesten durften die »Eichentaler« 1934 das Gaufest ausrichten. Das 16. Gaufest des Gauverband 2 wurde am 20. und 21. Mai 1934 mit der Festmusik Knappenschaftskapelle Peißenberg veranstaltet. Bei schönstem Wetter feierten zahlreiche Vereine aus der Umgebung das Gaufest beim Gasthaus »Unteren Wirt«.

Gaufest1934
Gaufest 1934

Nach dem Gaufest in Frieding herrschte die folgenden Jahre ein reges und zünftiges Vereinsleben. Jedoch mit Beginn des 2. Weltkrieges erfolgte eine längere Ruhepause. Erst am 26.03.1949 war die erste Versammlung der Vereinsmitglieder. Es wuchsen wieder aktive Gruppen, die dem Vereinsleben neuen Aufschwung gaben. Diese beteiligte sich an den zahlreichen Gauveranstaltungen und fehlte auf keinem Trachtenfest.

Die Zeit jedoch wurde schnelllebiger und, wie bei so manch anderem Verein, kam auch für die Eichentaler Frieding Ende der 50er Jahre eine große Krise. Nach langer schwerer Krankheit verstarb am 28.09.1968 Martin Linner, der über 37 Jahre Vorstand des Trachtenverein Frieding war. Allen Stürmen zum Trotz waren die Fahne und ein paar treue Männer des Vereins stets bei den großen kirchlichen und örtlichen Anlässen vertreten.

Im Jahre 1977 wurde unser Verein zu neuem Leben erweckt. Andreas Bauer (Ress) begeisterte die jungen Leute und gründete eine neue Jugendgruppe zum Volkstanz und Schuhplattln. Mit Karl Link, der die Vorstandschaft übernahm, bauten sie eine Trachtengruppe auf, unterstützt vom damaligen Vorplattler Thomas Berchthold und Max Himsl von den Jaudesbergler’n Breitbrunn.

JugendGruppe1978
JugendGruppe 1978

Im Oktober 1977 wurde zur 1. offiziellen Versammlung eingeladen und eine Vorstandschaft gewählt:

  • Karl Link – 1. Vorstand
  • Heinrich Schaumberger – 2. Vorstand
  • Franz Bauer – Kassier
  • Josefine Rottmeier -Schriftführer
  • Thomas Berchthold – Vorplattler

Es wurden fleißig Tanzproben abgehalten und große Fortschritte erzielt. Erster Auftritt seit der Neugründung war am 1. Mai beim Maibaumaufstellen mit anschließender Maifeier, mit dem Mühlradl und dem Gauschlag. Höhepunkt war die erste Teilnahme nach 20-jähriger Pause beim Gaufest 1978 in Pöcking. Der Verein wurde mit großem Interesse im Dorf aufgenommen. So war es kein Wunder, dass die Mitgliederzahl rasch zunahm.

1978 legte Karl Link den Vorsitz aus Altersgründen ab und Michael Schaumberger wurde zum 1. Vorstand gewählt. Da unsere Fahne durch die bewegten Jahre sehr in Mitleidenschaft gezogen war, wurde sie durch die Fahnenstickerei Kössinger in Schierling restauriert und erneut durch eine Fahnenweihe gesegnet. Zusammen mit den Jaudesberglern Breitbrunn, Ammertalern Dießen, Würmtalern Pöcking und Kientalern Erling wurde ein Trachtenfest abgehalten. Nach dem Gottesdienst mit Weihe fand auf der Friedinger Höhe fand eine Feier mit Tanz und Schuhplattler statt. Um die Kosten und Auslagen für die Fahne aufzubringen wurde eine Weihnachtsfeier mit Theatereinlagen organisiert.

Vereinsfoto1981
Vereinsfoto 1981

In den folgenden Jahren wurden sämtliche Gaufeste im Huosigau, viele Fahnenweihen und Vereinsfeste in den Nachbarorten besucht. Es wurden Vereinsausflüge organisiert über die Landesgrenzen hinaus, um die Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Mit Heimatabenden in Südtirol, Barbian und Sarntheim, in Osterhofen und Schmidmühlen wurden Freundschaften in anderen Gauen geknüpft.

AusflugBadReichenhall1982
Ausflug nach BadReichenhall 1982

HousigauJugendtag1985
Housigau Jugendtag 1985

1980 entschlossen sich die Ortsvereine, ein eigenes Vereinsheim zu bauen. Unser Verein beteiligte sich mit der Blaskapelle, der Landjugend, vielen Bürgern und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde, dieses Projekt in eigener Regie zu erstellen. Im März 1981 wurde das Vereinsheim „Erwin Rauscher Haus“ durch den damaligen Pfarrer, Lenz feierlich eingeweiht. Seit dieser Zeit werden Trachtenproben im Vereinsheim gemacht.

Oktoberfestzug1977
Oktoberfestzug 1977

Vereinsfoto2001
Vereinsfoto 2001

Vereinsbild 2011
Vereinsbild 2011

Oktoberfestzug2011
Oktoberfestzug 2011

Oktoberfestzug 2011
Oktoberfestzug 2011

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